Komplexe Feature-Modelle mit dem QGIS WFS 2.0 Client Plugin

Um die Unterstützung von komplexen Feature-Modellen (z. B. INSPIRE) zu verbessern wurde das QGIS WFS 2.0 Client Plugin in Version 0.9.2 an die vorhandenen Fähigkeiten des OGR GML-Treiber angepasst. Die Unterstützung kann im Config-Menü aktiviert werden. Für die neue Plugin-Version werden QGIS >=2.4 und OGR/GDAL >=1.11.0 benötigt.

qgis-wfs20-config

Konfiguration GML-Reader

Mit der Option Resolve elements (xlink:href) werden Referenzen auf verknüpfte Objekte aufgelöst und deren Attribute als zusätzliche Felder in QGIS aufgeführt.

Bei GML-Applikationsschemata werden ergänzende Inhalte zusätzlich in Form von XML-Attributen codiert. Über die Option Convert attributes to fields werden diese Inhalte ebenfalls als Felder in QGIS zur Verfügung gestellt.

Konfiguration WFS 2.0

Über den Parameter Resolvedepth wird gesteuert, bis zur welchen Tiefe die referenzierten Objekte in der GetFeature-Response zurückgeliefert werden sollen. Beim Einsatz der Resolve elements-Option sollte Resolvedepth >=1 verwendet werden. Hierdurch werden keine zusätzlichen WFS-Requests zum Auflösen der Referenzen benötigt.

 

Beispiel INSPIRE-Addresses

Im folgenden Beispiel wird eine Adresse über den deegree INSPIRE-Demoserver abgerufen.

http://demo.deegree.org/inspire-workspace/services/wfs?service=WFS&request=GetFeature&version=2.0.0&srsName=urn:ogc:def:crs:EPSG::4326&typeNames=ad:Address&namespaces=xmlns(ad,urn:x-inspire:specification:gmlas:Addresses:3.0)&count=1&resolvedepth=*

Der FeatureType Address besitzt die drei Komponenten ThoroughfareName (Name des Verkehrsweges), AddressAreaName (Name des Adressbereichs) und PostalDescriptor (Postalischer Deskriptor), die als Referenz (xlink:href) realisiert sind. Über die Option Resolvedepth=* werden die referenzierten Komponenten im additionalObjects-Block der WFS-FeatureCollection zurückgeliefert.

Anschließend wird die GML-Response über den GML-Treiber von OGR mit der Option Resolve elements geladen. Die Attribute der referenzierten Komponenten werden in das Address-Objekt integriert. Beispielsweise steht nun auch das Attribut PostCode aus dem referenzierten PostalDescriptor-Objekt zur Verfügung.

Adresse ohne aufgelöste Referenzen

Adresse ohne aufgelöste Referenzen

Adresse mit aufgelösten Referenzen

Adresse mit aufgelösten Referenzen

 

Fazit

Mit der neuen Version 0.9.2 des WFS-Plugins können komplexe Feature-Modelle umfangreicher als bisher genutzt werden. Die verschachtelte Objekt-Struktur wird jedoch weiterhin in eine Simple-Feature-Struktur überführt („verebnet“).

Mit Ausbau der GML-Registry im OGR GML-Treiber werden spezifische GML-Applikationsschemata in Zukunft noch besser unterstützt werden.

 

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