Grundlagen Web Feature Service (WFS) 2.0

Ein Web Feature Service (WFS) ist ein Webdienst für den Zugriff auf Geoobjekte (engl. Features – Vektordaten mit Sachinformationen). Die Geoobjekte können abgefragt und modifiziert werden. Mögliche Datenquellen für die Bereitstellung eines WFS sind Geodatenbanken (z. B. PostGIS, Oracle Spatial usw.) sowie Vektordateien (z. B. ESRI Shapefile).

Das OGC hat im November 2010 die WFS Version 2.0 [OGC-WFS] verabschiedet, die  zur ISO-Norm 19142 weiterqualifiziert wurde. Die ISO-Norm 19142 bildet die Grundlage für die Realisierung von INSPIRE-Downloaddiensten. Die entsprechende Handlungsempfehlung (Technical Guidance for Implementing INSPIRE Download Services 3.0) wird Anfang 2012 erwartet.

WFS 2.0 referenziert weitere ISO-Normen und OGC-Standards, beispielsweise den Filter Encoding Standard zum Aufbau von (räumlichen) Filtern. Folgende Versionsabhängigkeiten sind zu berücksichtigen:

  •  Web Feature Service 2.0. (ISO 19142)
  •  Geography Markup Language (GML) 3.2 (ISO 19136:2007)
  •  Filter Encoding Standard (FES) 2.0 (ISO 19143)
  •  OWS Common 1.1 (OGC 06-121r3)

 

Neuerungen in WFS 2.0
Die Version 2.0 wurde im Vergleich zur Vorgängerversion 1.1 in ihrem Funktionsumfang erweitert. Zu den Neuerungen zählen die Einführung einer überarbeiteten Version des Filter Encoding Standards sowie Stored Queries und Joins (vgl. [GEOSERVER]).

FES 2.0Der neue Filter Encoding Standard ermöglicht temporale Filtermöglichkeiten.
Stored QueriesStored Queries sind eine Möglichkeit, um (komplexe) Abfragen serverseitig abzulegen. Das entsprechende Stored Query kann über seine ID aufgerufen werden.
Beispiel: Liefere alle Seen im Landkreis München
Zudem können in den Stored Queries Platzhalter definiert werden, die beim Aufruf mit einem Wert belegt werden.
Beispiel: Liefere alle Parks größer als $FLÄCHE | $FLÄCHE = 1000
Hierfür werden die Operationen CreateStoredQuery, DropStoreQuery, ListStoredQueries, DescribeStoredQueries bereitgestellt.
Joins (Optional)Über WFS-Abfragen können Joins realisiert werden, wie sie von Geodatenbanken bekannt sind.
Beispiel: Liefere alle Parks, in denen Seen liegen.

 

Operationen in WFS 2.0
Der WFS 2.0 Standard definiert elf verschiedene Operationen, wobei die Operationen GetCapabilities, DescribeFeatureType, GetPropertyValue, GetFeature, ListStoredQueries und DescribeStoredQueries für die Erfüllung der Basic-WFS Konformitätsklasse (vgl. Table 1 – [OGC-WFS]) notwendig sind.

GetCapabilitiesAbfrage der Dienste-Beschreibung
DescribeFeatureTypeAbfrage der Struktur von einzelnen FeatureTypes
GetPropertyValueAbfrage von Attributwerten von Features
GetFeatureAbfrage von Features (Instanzen eines FeatureTypes)
GetFeatureWithLockAbfrage von Features (Instanzen eines FeatureTypes), die gleichzeitig gesperrt werden
LockFeatureSperre von Features
TransactionModifikation von Features (Anlegen, Ändern, Löschen)
CreateStoredQueryAnlegen eines Stored Queries
DropStoredQueryLöschen eines Stored Queries
ListStoredQueriesAbfrage einer Liste mit den vorhandenen Stored Queries
DescribeStoredQueriesAbfrage der Struktur eines Stored Queries

 

Quellen/Links
[GEOSERVER] WFS 2.0 Vorschlag für OpenSource GeoServer
http://geoserver.org/display/GEOS/GSIP+61+-+WFS+2.0

[OGC-WFS] Web Feature Service 2.0
http://www.opengeospatial.org/standards/wfs

WFS 2.0 – Abfragen (Queries)
http://www.weichand.de/2011/11/30/wfs-2-0-abfragen-queries/

WFS 2.0 – Stored Queries Beispiele
http://www.weichand.de/2012/04/22/wfs-2-0-stored-queries-beispiele/

WFS 2.0 – INSPIRE WFS 2.0 Demoserver
http://www.weichand.de/2012/10/17/inspire-wfs-2-0-demoserver-mit-beispielanfragen-geoserver-2-2/

 

WFS 2.0 Client – Plugin für QGIS
http://www.weichand.de/2012/05/29/wfs-2-0-client-plugin-fur-qgis/

 

 

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